Computerclub Lamer Winkel

Spiele

    Neuerscheinungen PC 2009:

 

Baumaschinen-Simulator - 19. Januar 2009

Darkfall - 22. Januar 2009                               

John Deere: Landmaschinen-Simulator - 26. Januar 2009

X-Blades - 28. Januar 2009

Battle Forge - 29. Januar 2009

Bionic Commando - 30. Januar 2009

Championship Manager 2009 - 07. Februar 2009

The Westerner 2 - 12. Februar 2009

F.E.A.R. 2: Project Origin - 13. Februar 2009

Armed Assault 2 - 15. Februar 2009

Raven Squad: Operation Hidden Dagger - 15. Februar 2009

Die Sims 3 - 19. Februar 2009

Ceville - 19. Februar 2009

Street Fighter 4 - 20. Februar 2009

Pro Evolution Soccer 2009 - 20. Februar 2009

Empire: Total War - 06. März 2009

Resident Evil 5 - 13. März 2009

Company of Heroes: Tales of Valor - 13. März 2009

Command & Conquer Alarmstufe Rot 3 - 26. März 2009

Still Life 2 - 30. März 2009

Terminator Salvation: The Future Begins - 28. Mai 2009

Ghostbusters: Das Videospiel - 19. Juni 2009

World of Goo - 19. Dezember 2009



Top 10 PC Spiele


  1. Grand Theft Auto IV

  2. Fallout 3

  3. Grand Theft Auto - San Andreas

  4. Die Sims 2

  5. SpellForce 2 - Shadow Wars

  6. Fussball Manager 2009

  7. Need for Speed - Undercover

  8. GTA - Vice City

  9. Far Cry 2

10. Gothic 3


Testbericht Fallout 3

Fallout 3

In den 80er Jahren, in den dunkelsten Stunden des kalten Krieges, war die Angst vor einem Atomkrieg spürbar real. Eines meiner beeindruckendsten Kindheitserlebnisse in diesem Zusammenhang war der US-Film „The Day After“, in dem neben der politischen Eskalation davor vor allem auch die Folgen des Atomkriegs anschaulich dargestellt wurden. Es war ein auf intensivste Art und Weise bedrückendes Gefühl – genau wie nun über 20 Jahre später im lange erwarteten „Fallout 3“.

In Megaton herrscht eine Bombenstimmung

Tot zu kriegen sind die Menschen auch nicht, nachdem der Großteil der Menschheit im atomaren Bombenhagel ausradiert wurde. Doch 2277 hat sich der Zynismus verständlicherweise selbst beim letzten Optimisten tief in die Psyche eingegraben. Kein Wunder, wenn man beispielsweise als Ghul mit entstelltem Gesicht Fußabtreter für einen fiesen Barbesitzer spielen muss. Der sympathischen Gesichtspizza Cob begegnen wir in der Bar des zwielichtigen Moritary in der ersten Stadt Megaton, die bezeichnenderweise um den namensgebenen Atombomben-Blindgänger gebaut wurde.

Gegen den Sheriff intrigiert Moritary um die Vorherrschaft in der Festung aus Schrott, doch der hat andere Sorgen. Die Sache mit der Bombe scheint ihm als Einzigem nicht ganz geheuer und er bittet euch, sie zu entschärfen – und so den Jüngern des Atoms, einer postapokalyptischen Psycho-Sekte, ihren Heilsbringer zu nehmen. Wie wir uns entscheiden, hat unmittelbare Auswirkungen auf den weiteren Verlauf der Geschichte inklusive Atompilz – oder eben gerade nicht.

Die Sache mit der Moral

Nur eine bizarre Momentaufnahme von Situationen, wie sie uns in den nächsten (locker 50) Stunden immer wieder begegnen werden. Überhaupt: Die Charaktere (und damit auch die Quests) die uns begegnen, versprühen den skurril-morbiden Charme der Vorgängerspiele. Denn in dieser Hinsicht ist „Fallout 3“ absolut gelungen, die Quests spiegeln wieder und wieder den postnuklearen Wahnsinn wieder, inklusive jeder Menge moralischer Entscheidungen. Erledigen wir eine von ihrem Zuhälter ausgenutzte Abhängige, um an ihre Kronkorken (das ist die Währung im Ödland) zu kommen oder lassen wir sie gnädig laufen? Helfen wir einem kleinen Jungen auf der Suche nach seinem Vater? Entscheiden müsst ihr selbst!

Dabei ist die Sache mit der Moral durchaus zweischneidig: In der verwüsteten Hauptstadt kämpft jeder für sich alleine und oftmals bleibt einem gar keine andere Wahl, als an sich selbst zu denken. Übertreibt man es aber, sinkt euer Karma-Wert. Bestimmte Personen und Gruppierungen sprechen dann möglicherweise gar nicht mit euch. Andere dafür verlangen geradezu, dass man einen echten postapokalyptischen Kotzbrocken gibt – für jede Menge Abwechslung ist also gesorgt.

Außerhalb des Bunkers: Strahlende Aussichten

Bevor man jedoch im eingangs erwähnten Megaton ankommt, durchläuft man in einem stimmig gemachten Tutorial im Atomschutzbunker Vault 101 drei Phasen auf dem Weg zum Erwachsenen, wahlweise als Junge oder Mädchen. Der zirka eine Stunde dauernde Vorspann beschert einem nicht nur einen sarkastischen Einstieg in die „Gemütlichkeit“ des Bunkers und macht einen mit den ersten Handgriffen im Spiel vertraut. Er löst auch die Charaktergenerierung ähnlich elegant wie damals in „Oblivion“ der Ausbruch aus dem Kerker.

Als wir dann bald darauf den Bunker in einer je nach Geschmack diplomatischen, klammheimlichen oder bleihaltigen Flucht verlassen, haben wir 15 Skillspunkte auf die 13 Fertigkeiten verteilt, die fortan unseren Charakter prägen. Bei jedem Levelaufstieg erhalten wir 15 weitere Punkte zum Ausbau. Wer stehlen, schleichen und einbrechen will, muss Punkte in die Fertigkeit „Dietrich“ und „Schleichen“ stecken, ein Hacker investiert in die Fertigkeit „Wissenschaft“ und so weiter.

Charaktersystem mit viel Individualisierungsmöglichkeiten

Boni auf einzelne Fertigkeiten ergeben sich durch Spezialfähigkeiten, die Kombination beider Bereiche eröffnet schier unerschöpfliche Möglichkeiten der Individualisierung. So ermöglicht zum Beispiel „Dieb“ pro Levelaufstieg in dieser Kategorie fünf zusätzliche Punkte auf „Schleichen“ und „Dietrich“.

Die Extras ergänzen sich nicht nur wunderbar mit den Schwerpunkten, in denen man seinen Charakter spezialisiert, sondern fügen sich nahtlos in das brutale und hoffnungslose postapokalyptische Szenario ein: Ein „Bleimagen“ hilft, die Strahlung nach dem Genuss von verseuchtem Wasser zu minimieren, ein „Abbruchexperte“ fügt seinen Gegnern mit Sprengstoffangriffen 20% mehr Schaden zu.

Darunter befinden sich auch so bizarre wie „Kannibale“, was einem ermöglicht, Trefferpunkte durch Menschenfleisch wieder herzustellen. Wie als Vampir in „Oblivion“ gilt: Nicht erwischen lassen. Selbst im postnuklearen Ödland scheint es letzte Tabus zu geben...

Einmal Spezialisieren, bitte!

Insgesamt kann man bis zu vier Extrafertigkeiten (aus der Fallout-Reihe als „Perks“ bekannt) ausbauen, zur Auswahl stehen weit über 50 Möglichkeiten. Man muss also weise wählen. Vorteil: Der Wiederspielwert des ohnehin umfangreichen Spiels (die Welt ist nochmals zirka ein Drittel größer als die von „Oblivion“) erhöht sich dadurch enorm. Denn nur der beste Wissenschaftler kann die schwersten Terminals hacken, nur der mit den höchsten Skills im „Reparieren“ die fettesten Wummen selber bauen und modifizieren.

Und um die höchsten Stufen der Grundfertigkeiten zu erreichen, muss eben klug bei den Extrafertigkeiten gelevelt werden, um die bitter notwenigen Bonuspunkte zu erhalten. Ihr könnt also nach Herzenslust an eurem Lieblingscharakter herumbasteln und solltet euch durchaus vorher überlegen, in welche Richtung es dann zielstrebig gehen soll. Ansonsten besteht durchaus die Gefahr, sich zu verzetteln und nachher einen (relativ schwachen) Allrounder durch die verseuchten Trümmerfelder zu lenken. Dafür helfen euch fünf jederzeit umstellbare Schwierigkeitsgrade, nicht allzu viele Prügel einzustecken.

Mankos bei der Bedienung

Die Bedienung von „Fallout 3“ ist eines der wenigen Mankos, auch wenn sich Bethesda zum Glück keine so großen Schnitzer wie bei der Übersetzung der „Oblivion“-Texte geleistet hat. Kleinere Fehler in den Dialogen gibt es aber wieder. Zudem wurde vieles übernommen, was man schon im letzten Spiel hätte besser machen können. Bei der schieren Menge der Gegenstände ist das Inventar schlicht eine Zumutung, die Sortierungen immer noch zu unübersichtlich, was auch durch die (zu kleine) Anzeige zustande kommt.

Das Gleiche trifft auf die Orientierung in der riesigen Spielwelt zu. Da werde ich (zwar durchaus stimmig ins Konzept eingebunden aber dennoch nervig) immer wieder zum umkehren gezwungen, weil der Weg versperrt ist. Die als „Lösung“ zur Verfügung stehenden U-Bahn-Tunnels sind auf Dauer eintönig, zumal ich viel lieber die beängstigend zerstörte Welt oben erforschen will. Zudem kamen bei zwei Testsystemen auch immer wieder gelegentliche Abstürze vor. Bei der Bedienung wäre noch einiges Potential für eine 90er Wertung gelegen. Schade!

Echtzeit- und Rundenkämpfe kombiniert überzeugen nicht gänzlich

Beim Kampfsystem hat man eher auf altbewährtes zurückgegriffen. Fangen wir bei den Nahkämpfen an, die sich ebenfalls wie in „Oblivion“ spielen und gut funktionieren, solange man nicht mit einer Gabel als Waffe einem Supermutanten gegenüber tritt. Die Kämpfe mit Schusswaffen spielen sich mit Maus und Tastatur wie bei einem Shooter. Die Anfangs schwache Trefferquote verbessert sich mit etwas Übung und höheren Waffenskills. Dann spielt es sich zwar immer noch nicht ganz wie ein Shooter – aber „Fallout 3“ ist ja auch gar keiner!

Das taktische Kampfsystem V.A.T.S. funktioniert grundsätzlich ebenfalls gut und ist auch sinnvoll: Größere Gegnergruppen knöpft man sich so Stück für Stück vor. Das Manko an der Sache: Endlos muss ich Körperteile von Gegnern anvisieren, bei einer größeren Gruppe bremst das stark die Dynamik. Wozu überhaupt das V.A.T.S.? Ich habe fast den Eindruck, man wollte den alten „Fallout“-Fans das rundenbasierte Kampfsystem einfach nicht nehmen? Ob es ganz ohne ein besseres Spiel mit actionreicheren Kämpfen geworden wäre, werden wir wohl nie erfahren. Richtig überzeugt hat es mich jedenfalls nicht.

Eine überzeugende Welt aus einem Guss

Bei der optischen Präsentation beeindruckt „Fallout 3“. Nicht einmal durch eine grandios detaillierte Wahnsinns-Grafik wie beispielsweise bei „Crysis“. Die gibt die überarbeitete Oblivion-Engine auch gar nicht her. Den Designern gebührt vor allem Lob für eine riesige, glaubhafte und zum Anfassen stimmungsvolle Spielwelt. Beim Betreten eines gespenstischen Fabrikgebäudes, in dem noch die produzierten Teddybären auf dem Fließband lagen, war ich sprachlos.

Die Kleider, die Gegenstände und Unmengen von Waffen, die zum Teil imposanten Gebäude, die skurrilen Charaktere, atmosphärischen Tag-Nacht-Wechsel und die liebevoll ins öde Szenario eingebetteten Quests – eine rundum „echte“ Welt aus einem Guss, wie ich sie schon lange nicht mehr gesehen habe. Dazu tragen auch die Radiosender bei, die wahlweise bizarr unpassend-passende Musik und Ansprachen spielen und die überwiegend guten Synchronsprecher der deutschen Fassung, die zudem nicht immer die gleichen drei Dialog-Floskeln vom Stapel lassen. Der bei weitem überzeugendste Aspekt von „Fallout 3“.

Systeminfo


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